Verlässlichkeit und Können statt alter Rollenbilder

Silvia Lieb ist stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Tiroler Moser Holding AG, einem der größten Medienunternehmen Österreichs. Dem druck & medien Magazin verriet sie, welche Qualitäten in der Branche gefragt sind – jenseits traditioneller Rollenbilder.

Silvia Lieb ist eine Schlüsselfigur der Moser Holding AG. Nach dem Einstieg als Vorstandsassistentin im Jahr 1998 wuchs sie sukzessive in die verschiedenen Unternehmensbereiche und insbesondere auch den Bereich Zeitungsdruck hinein. Seit 2004 ist sie im Vorstand der Moser Holding AG, die Leitung der Drucksparte hat sie seit nunmehr zehn Jahren inne.

Liebs ursprüngliche Motivation ins Druckgeschäft einzusteigen war ihre Faszination für Technik. „Vor zwanzig Jahren, als Newcomerin in der Verlagsbranche, war es mir wichtig, die komplexen Vorgänge und Zusammenhänge von Grund auf zu verstehen, nicht nur aus betriebswirtschaftlicher Sicht. IT und Technik, insbesondere Drucktechnik, sind da wesentliche Erfolgsfaktoren.“

Zusätzlich zum Innsbrucker Druckstandort übernahm Moser Holding 2008 den Landesverlag in Wels, einige Monate darauf die Druckerei in Salzburg. Als Vorstand der Unternehmensgruppe verantwortete Lieb damals den gesamten Übernahmeprozess, in Folge war sie auch operativ als Geschäftsführerin der Druckereien tätig.

Auf einem so ambitionierten Karriereweg wie dem zur stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden gibt es im Laufe der Jahre wohl immer Förderer, aber auch Ressentiments. Für Silvia Lieb können auch Letztere lehrreich sein – wenn man Motivation aus ihnen zieht, anstatt sich einschüchtern zu lassen. Besonders in einer männerdominierten Branche ist Schüchternheit wenig zielführend, und Lieb fühlt sich dort sehr wohl: „Mir liegt die Geradlinigkeit, mit der man in der Branche aufeinander zugeht. Anliegen und Beschwerden werden in der Regel direkt angesprochen. Auch in Bereichen wie der Produktion sind erfolgreiche Frauen tätig. Fachlich sind sie so gut wie ihre männlichen Kollegen. Die stellvertretende Leiterin unserer Druckvorstufe in Innsbruck ist beispielsweise eine Frau.“

In ihrer eigenen Führungsarbeit setzt Lieb auf Professionalität, Offenheit, und Handschlagqualität. Rigiden Rollenzuschreibungen und Unterteilungen in „männliche“ und „weibliche“ Fähigkeiten kann sie nichts abgewinnen. Damit sich mehr Frauen für Berufe wie Druckerin, Druckvorstufentechnikerin oder Buchbinderin interessieren, setzt Lieb hauptsächlich auf Vorbilder: „Gute Vorbilder überzeugen aus meiner Erfahrung am meisten. Deshalb sind wir auch jedes Jahr beim ‚Girls Day‘ präsent und holen in Männerdomänen erfolgreiche Frauen vor den Vorhang.“

Geradlinigkeit ist jedenfalls bei den aktuellen Herausforderungen der Druckbranche eine wichtige Tugend. Moser Holding spezialisiert sich beim Druck auf Zeitungspapier. Aktuell ist die Branche mit überdurchschnittlichen Papierpreissteigerungen sowie Engpässen bei Wartung und Ersatzteilen konfrontiert. Den Herausforderungen stellt man sich in der Moser Holding aber mit kompetenten Teams, die unter Einsatz knapper Ressourcen (Ersatzteile) die Produktionsfähigkeit des Maschinenparks erhalten und verbessern.

Lieb sieht außerdem die Vorteile und Chancen der Branche: „Für die Kunden zählen Verlässlichkeit und Qualität, alles andere hat eine untergeordnete Rolle. Wir punkten mit Nachhaltigkeit, Service und dem haptischen Erlebnis, das nur Print den Lesern geben kann.“

Die Moser Holding
Die Moser Holding mit Sitz in Innsbruck ist eines der führenden Medienunternehmen in Österreich. Seine Wurzeln gehen auf die Gründung der Tiroler Tageszeitung im Jahr 1945 zurück. Heute bietet die Moser Holding mit über 1.400 Mitarbeitern ein breites Angebotsspektrum in Tirol und über Tirols Grenzen hinaus. Das Portfolio reicht von der Tiroler Tageszeitung, dem Gratiswochenzeitungsring der RMA, dem Magazinring der Bundesländerinnen und einer Vielzahl regionaler Magazin-, Radio- und Digitalangebote bis hin zu Leistungen im Bereich Corporate Media, Druck und Logistik.

www.moserholding.com

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