Mitgliederumfrage zur Coronakrise

Beitragsbild Umfrage Coronakrise, c pixabay

Mitgliederumfrage zur Coronakrise: Höhere Einbußen als erwartet,

aber Fokus auf Produktentwicklung, hohe Innovationskraft und Chancen durch verstärkte Regionalität

Die Coronakrise stellt unsere Mitglieder vor große Herausforderungen. Um unser Service in dieser so schwierigen Zeit noch besser an die Wünsche und Bedürfnisse unserer Mitglieder anzupassen und ihren Anliegen entsprechenden öffentlichen Nachdruck zu verleihen, ist es uns für uns von größter Wichtigkeit, mehr über Ihre Sorgen zu erfahren.

Druckereien gehören zwar zu den Unternehmen, deren Betrieb nicht eingestellt wurde, stellen sie doch unter anderem Verpackungen für Lebensmittel, Medikamente, Kosmetikprodukte, Wasch- und Reinigungsmittel, Zeitungen und Magazine oder Bücher her. Dennoch sind sie von der wirtschaftlichen Situation ihrer Auftraggeber abhängig und damit wie alle Unternehmen in Österreich betroffen.

Um ein objektiv messbares Stimmungsbild der österreichischen Druckbranche zu erhalten, befragte der Verband Druck & Medientechnik Anfang April alle Mitglieder via Online-Umfrage zur Coronakrise, welche Auswirkungen die Corona-Pandemie auf ihr Unternehmen hat. Insgesamt nahmen 38,5% der Mitglieder an der Umfrage teil.

Umfrage Druck & Medienbranche, Betroffenheit

Die Umfrage zeigt deutlich, dass die Druckereien von den Covid-19 Maßnahmen der Bundesregierung stark bis sehr stark betroffen sind. Von einer Schließung durch eine Covid-19 Erkrankung waren zwar nur 2,2 % der befragten Unternehmen in der Druck- & Medienbranche betroffen. Doch fast 90 % verzeichneten im März einen Umsatzrückgang. 90 % haben Kurzarbeit angemeldet. Die Prognose für das 2. Quartal April bis Juni ist dabei schlechter, und dies trotz der jetzt langsamen Öffnung.

Umsatzminus im März: 45 % verzeichnen mehr als 50 % Einbußen

Insgesamt verzeichnete ein Drittel der Druckereien im März einen Umsatzrückgang zwischen 31 und 50 Prozent, ein weiteres Drittel zwischen 51 und 80 Prozent. Nur 14 % Prozent hatten schon im März nahezu einen Totalausfall.

Umfrage Druck & Medienbranche, Umsatz

Die Unternehmen kämpfen vor allem mit dem Ausbleiben von Aufträgen (98 %) bzw. mit stornierten Aufträgen (70 %) sowie offenen Rechnungen (29 %). Zudem sagen 35 % der Druckereien, dass ihre Mitarbeiter verunsichert sind und 16 %, dass die Sicherheitsmaßnahmen für eine geringere Produktivität gesorgt haben. Auch die Auslieferung von Waren (18 %) und die Anlieferung von Materialien (9 %) ist deutlich erschwert.

Umfrage Druck & Medienbranche, Probleme

Die Auswirkungen werden sich vor allem im zweiten Quartal im Umsatz niederschlagen. Hier erwarten die Unternehmen deutlich stärkere Umsatzeinbußen. 31 % der Druckereien stellen sich auf einen Umsatzeinbruch zwischen 31 und 50 Prozent ein, 50 % erwarten ein Minus zwischen 51 und 80 Prozent.

Umfrage Druck & Medienbranche, Entwicklung

Auswirkungen auf die Beschäftigten: Fast alle Druckereien in Kurzarbeit

90 % der Druckereien haben für ihre Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet, 42 % haben um Förderungen angesucht, 10 Prozent mussten Mitarbeiter kündigen. 60 % haben für Mitarbeiter ein Home Office eingerichtet. Zum Großteil handelt es sich dabei um Vertrieb und Marketing. Mitarbeiter aus der Produktion können ihre Arbeit nicht von Zuhause aus erledigen. Und diese stellen in Druckereien mehr als 50 % der Beschäftigten.

Umfrage Druck & Medienbranche, Maßnahmen

Innovationskraft Druckereien

Die Umfrage zeigt aber auch die Innovationskraft der Druck & Medienbranche. So haben bereits 10 % neue Produkte entwickelt und 13 % neue Serviceangebote. 8 % planen derzeit Produktentwicklungen, 25 % wollen demnächst neue Serviceangebote lancieren. Manche unserer Mitglieder produzieren jetzt Hauchschutzwände für Handel und Arztpraxen, andere wiederum Mundschutz und tragen so dazu bei, den Mangel an Schutzausrüstung zu beheben. Und wieder andere drucken jetzt mit anti-mikrobiellem Lack, der Oberflächen desinfiziert. Auch in die verstärkte Bewerbung ihrer Leistungen möchten immerhin 36 % der Druckereien investieren. Hier zeigt sich deutlich, dass die Druckereien nicht jammern, sondern selbst aktiv werden.

Chancen an die Zukunft: Regionalität und Home Office

Ganz klar sehen die Druckereien auch die Chance, Strukturen zu überdenken, Prozesse zu optimieren, Vertrieb und Marketing neu aufzustellen und Home Office auch nach der Corona-Krise mehr Mitarbeitern zu ermöglichen. Fast 40 % wünschen sich darüber hinaus, dass Regionalität und Druckqualität in Österreich wieder einen höheren Stellenwert bei der Auftragsvergabe haben. Diesen Wunsch verstehen wir klar als Auftrag an uns als Verband Druck & Medientechnik. Wir werden uns massiv dafür einsetzen, dass Regionalität und damit der Wirtschaftsstandort Österreich gefördert wird. Der Verband Druck & Medientechnik hat bereits in einem Brief an die Bundesregierung und die Landesregierungen u.a. gefordert, dass Nachhaltigkeit und Regionalität gefördert und Gütesiegel wie „Printed in Austria“, CO2-kompensiert oder das CSR-Gütesiegel für Druckereien im Bestbieterprinzip stärker berücksichtigt werden.

Über den Verband Druck & Medientechnik

Der Verband Druck & Medientechnik besteht seit 1872. Er ist die einzige unabhängige Unternehmensvertretung für die grafische Branche in Österreich. Der Verband vertritt mehr als 200 Unternehmen vom Kleinbetrieb bis zum internationalen Konzern. Präsident ist Gerald Watzal.

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