Nachbericht: Mut für neue Wege im Recruiting

Beitragsbild Recruiting, c pixabay

Highlights des Recruiting-Workshops am 16. Oktober

Setzen Sie beim Recruiting auf Empfehlungen

Gerade bei der Gewinnung oder Recruiting neuer Arbeitnehmer sind bestehende Mitarbeiter die besten Botschafter, denn diese kennen die Unternehmenskultur von innen.

So etablieren Sie das System „Mitarbeiterinnen werben Mitarbeiterinnen“ ideal in Ihrem Unternehmen – die besten Tipps aus dem Workshop mit Dr. Peter Pendl von Pendl & Piswanger:

  • Sprechen Sie ausgewählte Mitarbeiter aktiv an und informieren Sie diese über offene Stellen im Unternehmen. Diese Personen sind idealerweise in der gleichen Abteilung wie der gesuchte Mitarbeiter tätig und können daher besonders gut Auskunft über die offene Stelle geben.
  • Persönliche Worte zur Jobausschreibung wirken authentischer. Teilen Mitarbeiter Stellenanzeigen über Social Media-Kanäle wirken diese mit einer persönlichen Botschaft doppelt.
  • Nutzen Sie Mentoring. Es hat sich auch als hilfreich erwiesen, wenn der werbende Mitarbeiter dem neuen Mitarbeiter als Mentor zur Verfügung steht.
  • Führt die „Werbung“ Ihrer Mitarbeiter tatsächlich zu einer Anstellung, sollte man dies auch honorieren. Schenken Sie sowohl dem „Werber“ als auch dem „Geworbenen“ einen Gutschein für eine gemeinsame Aktivität wie z. B. für ein Fußballmatch oder ein Musical.
  • Stellen Sie klar, dass die Verantwortung für die Entscheidung bei Ihnen als Führungskraft liegt, nicht beim Mitarbeiter, falls es mit dem neuen Kollegen oder der neuen Kollegin doch nicht passt.

Nutzen Sie auch weitere Möglichkeiten des Empfehlungsmanagements. So können Sie sich etwa mit anderen Unternehmen in der Region zusammenschließen und gemeinsame Jobtage organisieren: So kommen mehr Besucher und wer für Unternehmen A nicht passt, kann für Unternehmen B ein wertvoller Gewinn sein.

 

Sind Sie anders als die Lauten!

In Punkto Recruiting stehen Sie als Druckerei im dauernden Wettbewerb mit anderen Branchen. Manche davon sind dabei sehr laut und investieren manchmal auch mehr Geld in die Bewerbung. Aber nicht nur die Lauten werden gehört. Mag. (FH) Silke Kurtz, Employer Branding-Expertin bei Iventa, weiß aus Erfahrung: Auch die Kreativen und Authentischen finden Gehör.

In Stellenanzeigen liest man oft die gleichen Schlagwörter – diese sind alle austauschbar und begründen keine starke Marke. Machen Sie es anders, stechen Sie hervor, erklären Sie, was etwa „familienfreundlich“ gerade in Ihrem Unternehmen bedeutet. Haben Sie z. B. einen Betriebskindergarten, werden auch Familienmitglieder zu Firmenfesten eingeladen, bieten Sie flexible Arbeitszeiten? Sie sind innovativ? Wie zeigt sich Ihre Innovationsfreude? Arbeiten Sie Ihr konkretes Profil gemeinsam mit Ihren Mitarbeiterinnen heraus.

Markenbildung erfolgt über Emotionen

Menschen geben Unternehmen ein Gesicht. Zeigen Sie daher auch Menschen und Gesichter von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf Ihrer Website, denn nichts ist langweiliger als immer die gleichen Stockfotos zu sehen. Welche Tätigkeiten verrichtet ein Drucker oder ein Buchbinder in Ihrem Unternehmen – zeigen Sie es.

Kreativität muss nicht teuer sein

Kleine Budgets für die Bewerbung von Stellen sind kein Hindernis, kreativ zu sein und diese Kreativität in die Stelleninserate einfließen zu lassen. Nutzen Sie vorhandene Möglichkeiten und bauen Sie darauf auf, z. B. eignen sich Ihre eigenen Gebäudeflächen oder Autos ideal als Werbeträger für die Mitarbeitersuche. Machen Sie in Schulen der Region auf sich aufmerksam, sprechen Sie vor Schülerinnen und Schülern als Expertin zu einem bestimmten Thema wie z. B. Nachhaltigkeit im Druck. Im Rahmen eines oder mehrerer Tage der offenen Tür können Sie Nachbarn und Interessierte einladen und dafür sorgen, dass sie darüber sprechen und Ihren Namen nach außen tragen. Und noch ein Tipp: Auch Ihre Kunden kennen Menschen, die auf Jobsuche sind. Legen Sie Ihren Aufträgen Infos zu offenen Stellen bei. Hören Sie nicht auf, kreativ zu sein.

 

Nur ein Mythos: Teamkultur kann man nicht ändern

Alexandra Rammer arbeitet bei Pendl & Piswanger und ist auch selbstständig als Trainerin tätig. In ihrem Vortrag zu Teamkultur erläuterte sie Wege, wie Teams Probleme bewältigen können und die Entstehung einer Teamkultur proaktiv möglich wird. Ein kurzer und prägnanter Rückblick zu Ihrem inspirierenden Vortrag.

Klassische Teamentwicklungsseminare über ein Wochenende oder gar nur einen Tag sind nicht nachhaltig, wenn die Führungskraft sich über das Ziel nicht im Klaren ist. Dann holt der Alltag alle Beteiligten schneller wieder ein als gedacht, und es bleibt oft nur Ratlosigkeit. Seminare wie diese sind leider häufig nur punktuell oder gar defizitorientiert, d. h. sie werden in Anspruch genommen, weil es Probleme gibt oder etwas nicht so läuft wie es sollte. Ein Blick hin zum Spitzensport lässt aufhorchen: Coachings finden hier regelmäßig statt. Damit wurde der 90-minütige Vortrag eingeleitet.

Veränderung findet statt

Spannend ging es weiter. So verändern wir uns etwa ständig und verhalten uns auch je nach Situation und Umgebung unterschiedlich– selbstverständlich auch im Beruf und somit als Mitarbeiter eines Betriebes. Sei dies, weil sich persönlich etwas verändert oder neue Kollegen in das Unternehmen einsteigen. Jedes Team hat ein Set an Regeln, Gewohnheiten und auch Tabus – das lässt sich nicht verhindern und entwickelt sich mit der Zeit. So entsteht auch eine Teamkultur erst auf Dauer, häufig implizit und unbewusst. Das macht Teamstrukturen nicht unbedingt einfacher. Interessant ist auch, dass eine „Kultur“ nicht nur auf ein einzelnes Team zugeschnitten sein muss, sie kann auch eine gesamte Branche betreffen. Positiv dabei, egal ob auf Team- oder Branchenkultur bezogen: Veränderung ist immer möglich.

Teamkultur und ihre Dimensionen

Der Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick hat unterschiedliche Ausprägungen von Teamkultur dargestellt – googeln Sie danach, eine interessante Lektüre! Nach seinen Dimensionen sind Teams am erfolgreichsten, wenn sie eine hohe Sach- und auch eine hohe Beziehungsorientierung aufweisen. D. h. im Team lässt sich etwas verbessern, wenn bei allen die Ziele und Visionen sowie die Rollen und Aufgabenverteilungen klar, abgestimmt und auch akzeptiert sind (sachorientiert). Ist es möglich, Konflikte zu erkennen und diese zu nutzen und konstruktiv weiter zu arbeiten, ist dies genauso wesentlich für eine gute Teamkultur (beziehungsorientiert). Um einen Kulturwandel anzustoßen, sind die oben genannten Punkte wesentlich: Was will ich (ändern) und wohin bewege ich mich (als Unternehmen), und, alle Beteiligten müssen informiert sein.

Wenn ein Wunder passiert

Am Ende des Vortrags wurde noch die „Wunderfrage“ thematisiert – das Ziel dabei ist es, lösungsorientiert Probleme zu bewältigen. Sie soll auch an dieser Stelle den Abschluss bilden und für Sie als kleine Übung und Überlegung dienen:
Angenommen, sie gehen heute Nacht schlafen und es geschieht ein Wunder. Am nächsten Tag wachen Sie auf und dieses Wunder hat bewirkt, dass ein Problem, das Sie belastet, gelöst ist. Wenn Sie nun aufwachen, woran werden Sie merken, dass ein Wunder geschehen und Ihr Problem gelöst ist? Was wird anders sein?

Zum Weiterlesen: "Jobsuche im Fokus"

In einer Studie untersucht die Online-Jobplattform StepStone die Lage auf dem Arbeitsmarkt für Fachkräfte unterschiedlicher Berufsgruppen, gibt Einblick in die Präferenzen und Erwartungen bei der Jobsuche und schildert die Erlebnisse der Fachkräfte im Bewerbungsprozess.

Sie finden das PDF in unserer Jobbörse “Zur Nachlese” oder unter diesem Link.

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