Meet & Speak: Mit exklusiver Handarbeit zum Erfolg

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Verband Druck & Medientechnik zu Besuch bei einem der letzten Kupferdrucker Österreichs / Jérôme Bacquias von Paper Republic gibt Einblick in die Handwerkskunst seiner Notizbücher

Wien, Juni 2016: Einst der Kupferdruck ein blühendes Gewerbe, da sie Illustrationen und Bilder druckfähig machten. Heute gibt es nur noch wenige, die diese Kunst des Druckens noch beherrschen. Anlässlich des 7. Meet & Speak öffnete einer der letzten Kupferdrucker, Wolfgang Schön, für den Verband Druck & Medientechnik die Türen zu seiner Kunstanstalt für Kupferdruck in der Naglergasse. Mit dabei unter anderem Landesgruppenobmann Dieter Simon und Jérôme Bacquias von Paper Republic, der anschließend über die Handwerkskunst seiner Lederhüllen und Notizbücher sprach.

Als die Kunstanstalt für Kupferdruck 1922 gegründet wurde, war die Hochblüte des Kupferdrucks bereits vorbei. Die Fotografie hatte die Vervielfältigung von Bildern günstiger gemacht. Dennoch hatte Wolfgang Schöns Großonkel Josef Lamser im Kupferdruck eine Nische gefunden, die er erfolgreich nutzte. Wolfgang Schön selbst ist bereits seit über 40 Jahren als Kupferdrucker tätig und führt den Familienbetrieb seit mehr als zehn Jahren. Exklusive Visitenkarten, Briefkarten, Einladungen, Briefpapier und Kuverts entstehen hier im Mezzanin in der Naglergasse nach wie vor in Handarbeit, von der handgestochenen Kupferplatte auf Papier oder Karton gedruckt. Viele prominente Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik, Banken, Rechtsanwälte oder Ärzte zählen zu den Kunden von Wolfgang Schön.

Führung durch die Kunstanstalt Kupferdruck

Die Teilnehmer des Meet & Speak bekamen eine Führung durch die Kupferdruckerei. Wolfgang Schön zeigte den Prozess – jede Visitenkarte wird hangbearbeitet: Die Größe zugeschnitten, die Kupferdruckfarbe samt Leinölfirnis aufgetragen, mit einer Holzspachtel die überflüssige Farbe abgetragen, mit einem Baumwolltuch abgerieben und durch die Handpresse gezogen. „Meine Kupferdruckerei ist auf Schriftzug spezialisiert. Für Visitenkarten steche ich die Kupferplatten auch selber. Der Trend bei Visitenkarten geht derzeit hin zu Elfenbein und dickerem Papier“, erklärt Schön.

Paper republic beweist, Handarbeit liegt im Trend

Einen Trend zu Handarbeit und exklusiven Printprodukten beobachtet auch Jérôme Bacquias, der vor fünf Jahren seine Leidenschaft für Papier zu seiner Berufung gemacht und paper republic gegründet hat. Er und sein Team entwickeln und produzieren Notizbücher für Reisende aus hochwertigem Papier und Leder, die er mittlerweile weltweit vertreibt. „Wir bieten acht Lederfarben und acht Gummifarben an, das heißt unsere Kunden können zwischen 64 Kombinationen wählen. Wir wissen, alles über unser Produkt: Wo es gedruckt wird, woher das Leder kommt etc.“, so Jérôme Bacquias. Seinen Kunden muss man, so Bacquias, einen Mehrwert bieten: „Das schafft man durch persönlichen Kontakt. Wir legen außerdem jedem Produkt eine Handnotiz bei. Für Druckereien hat Bacquias drei Tipps auf Lager: „Druckereien sollten die Beratung der Kunden in den Mittelpunkt stellen. Zusätzlich sollte es einen Tag der offenen Tür geben, denn viele Werbeagenturen kennen nicht einmal den Unterschied zwischen Offset- und Digitaldruck. Außerdem sollten Druckereien stolzer auf ihre Arbeit sein; was sie leisten bzw. welche Produkte sie durch den Druck schaffen, ist erstaunlich.“

Bilanz Meet & Speak

Die Veranstaltung „Mit exklusiver Handarbeit zum Erfolg“ fand als Teil der Netzwerktreffen „Meet & Speak“ statt. Im Herbst 2013 als exklusive Veranstaltungsreihe für die Mitglieder des Verband Druck & Medientechnik gestartet, erfreuen sich die branchenübergreifenden informellen Treffen ständig steigender Beliebtheit. „Wir freuen uns über den Erfolg von Meet & Speak. Unser Dank gilt unserem Landesgruppenobmann Dieter Simon, der die Veranstaltung ermöglicht hat und allen Teilnehmern für die spannenden Diskussionen und der Kunstanstalt Kupferdruck, deren Gäste wir sein durften“, sagt Alexandra Zotter, Geschäftsführerin des Verband Druck & Medientechnik.

Der Verband Druck & Medientechnik besteht seit 1872. Er ist die einzige umfassend kompetente und unabhängige Unternehmensvertretung für die grafische Branche in Österreich. Der Verband vertritt mehr als 200 Unternehmen vom Kleinbetrieb bis zum internationalen Konzern. International ist er in der FESPA (Federation of European Screen Printers Associations) und Intergraf organisiert. Präsident ist Gerald Watzal, geschäftsführender Gesellschafter von Offset 5020 in Salzburg.