Individuell gedruckt: Verband Druck & Medientechnik präsentiert Jahresbericht und Drucktrends

Juli 2018: Insgesamt setzte die Druckbranche in Österreich 2017 rund 1,634 Milliarden Euro [1] um. Das 4. Quartal 2017 kehrt das vorherige positive Ergebnis in ein leichtes Minus von -1,1%. Den meisten Umsatz in absoluten Zahlen machten Niederösterreich, Salzburg und mit Abstand das Burgenland. Auf der Wachstumsseite stehen Vorarlberg, Niederösterreich und das Burgenland.

 „2017 war ein durchwachsenes Jahr für die Druckbranche“, sagt Alexandra Zotter, Geschäftsführerin des Verband Druck & Medientechnik. Auf der einen Seite gab es 2017 Unternehmensschließungen und -zusammenschlüsse, auf der anderen Seite stehen Unternehmen, die stetig wachsen.

Wirtschaftskraft der Druckbranche

Auch bei den Kennzahlen bestätigt sich, dass eine differenzierte Sicht auf die Branche notwendig ist. Die durchschnittliche Branchen-EGT-Marge im Betrachtungszeitraum 2015/16 zeigt mit 2,22 % einen sehr schlechten Wert, vor allem wenn man ihn mit anderen Branchen vergleicht. „Auf der anderen Seite erreichen die 25 % Branchenbesten EGT-Margen von über 10 %, was als durchaus erfreulich einzuschätzen ist“, weiß Peter Voithofer von der KMU Forschung Austria.
Die mageren Ertragszahlen spiegeln sich auch im Cashflow wider. „Eine durchschnittliche Cashflow-Rate von 7,5 % ist für eine kapitalintensive Branche zu wenig“, meint Peter Voithofer. Auch hier zeigen die Besten der Branche, was möglich ist: mit 18,10 % liegt die Cashflow-Rate bei den 25 % der Branchenbesten in einem ausgezeichneten Bereich.

Wettbewerbsfähigkeit und Export

Bei den Arbeitskosten gehört Österreich gemeinsam mit Dänemark und Belgien zu den teuersten Ländern Europas. Die Exportstatistik zeigt Deutschland nach wie vor unangefochten an der Spitze der Exportländer im Druck, durch den im deutschsprachigen Raum von deutschen Verlagen dominierten Zeitungs- und Büchermarkt ergibt das für Österreich dementsprechend ein hohes Minus im Export. Aber es gibt auch Bereiche, wo die österreichischen Druckereien erfolgreich sind: Im Bereich Werbedruck ist die Handelsbilanz ausgeglichen.

Wachstum durch Export und Nischen

Wie leicht das Pendel in die eine oder andere Richtung ausschlagen kann, zeigt sich auch an den unterschiedlichen Entwicklungen in den einzelnen Bundesländern. Für diese Detaillauswertung stehen Daten der NACE-Klasse 18 zur Verfügung, die neben der Druckbranche auch die Vervielfältigung von Ton-, Bild und Datenträgern abbildet. Auf der Wachstumsseite stehen hier Vorarlberg, Niederösterreich und das Burgenland. Vorarlbergs Druckunternehmen haben 2017 Druckwaren im Wert von 132,6 Millionen Euro umgesetzt und damit ein Plus von 8,4% erwirtschaftet. In Vorarlberg stieg der Umsatz pro Beschäftigtem im Jahr 2017 um 9,4 %. Auch in Sachen Lehrlingsausbildung liegt Vorarlberg an der Spitze: 43 Lehrlinge waren 2017 in Vorarlbergs Druckereien beschäftigt.

Der größte Player am Druckmarkt ist und bleibt aber Niederösterreich. Mit einer abgesetzten Produktion von 419,7 Millionen Euro haben die niederösterreichischen Druckereien ein Plus von 1,7% erwirtschaftet.

Mit einem leichten Plus von 0,9% oder 272,8 Millionen Euro Umsatz schließt die burgenländische Druckbranche das Jahr 2017 ab.

Negativ

Auf der anderen Seite des Pendels stehen Wien und Tirol, die mit einem Umsatzminus von jeweils -8,7% und -7,1% abschneiden.

Die Trends im Print – digital und individuell

„Der rote Faden durch alle Trends heißt Digitaldruck“, sagt Zotter, “dieser erobert immer mehr Terrain. Mittlerweile kann durch den Einsatz von Digitaldruck auch der Verpackungsdruck individualisiert und in Kleinauflagen produziert werden. Neu ist, dass jetzt auch Wellpappe in hoher Qualität digital bedruckt werden kann. Die neue Materialvielfalt kommt nicht nur den Wünschen der Kunden bei Produktverpackungen entgegen, sondern auch bei der Außenwerbung. Neben dem klassischen Plakat wird Werbung verstärkt auf Kunststofffiguren, Holzwände, Metall, Glas oder Acryl gedruckt.“

Damit die individuell gestalteten Druckwerke auch bei den richtigen Adressaten ankommen, braucht es zudem eine automatisierte Endfertigung und Logistik. Damit können die „Unikate“ kostengünstig auf Format zugeschnitten, gerillt, gefalzt und verpackt werden.

Print Revival bei Buch und Magazinen

Der Buchmarkt geht immer stärker in Richtung Kleinauflagen von 1 bis 500 Stück, die heute mittels industriellem Inkjet-Druck produziert werden. Damit können auch Privatpersonen, Unternehmen oder Organisationen zu Verlegern werden. Bei den Magazinen geht der internationale Trend stark in Richtung Testimonial-Magazine. Barbara Schöneberger hat es mit ihrem Magazin „Barbara“ vorgelebt, mittlerweile ziehen immer mehr VIPs und Verlagshäuser nach.

Ausblick für den Druckmarkt in Österreich

Alexandra Zotter betont: „Print ist der stärkste Werbeträger. Druckereien können eine wesentliche Rolle dabei spielen, dass Unternehmen ihren Kunden ein Einkaufs- und Markenerlebnis bieten und sie damit begeistern.“

Über den Verband Druck & Medientechnik

Der Verband Druck & Medientechnik besteht seit 1872. Er ist die einzige umfassend kompetente und unabhängige Unternehmensvertretung für die grafische Branche in Österreich. Der Verband vertritt mehr als 200 Unternehmen vom Kleinbetrieb bis zum internationalen Konzern. International ist er in der FESPA (Federation of European Screen Printers Associations) und Intergraf organisiert. Präsident ist Gerald Watzal, geschäftsführender Gesellschafter von Offset 5020 in Salzburg.

[1]  Quelle Statistik Austria, Konjunkturstatistik, ÖNACE 18.1, Betriebe über 20 Beschäftigte; Berechnungen: Verband Druck & Medientechnik

Rückfragehinweis

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