„Für mich gab es nie etwas anderes“

Manche Jugendliche sind lange unentschlossen, wenn es um die Berufswahl geht. Daniela Klampfer war schnell klar, dass sie in die familiengeführte Druckerei einsteigen wollte. Sie leitet zusammen mit ihrem Mann Robert Klampfer das Unternehmen in der dritten Generation und setzt – wie Ihre Eltern zuvor – auf modernste Maschinen und motivierte Mitarbeiterinnen.

Frau Klampfer, wie sind Sie in die Druckbranche gekommen?

Ich habe die Höhere Graphische Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt besucht und bin 1995 direkt in das Unternehmen, das mein Großvater gegründet hat, eingestiegen. Dort habe ich jede Abteilung und damit die Mitarbeiter kennengelernt und konnte mir rasch einen guten Überblick über alle Abläufe verschaffen. Da das Unternehmen bei uns im Wohnhaus untergebracht war, war der Kontakt schon immer sehr eng und so gab es für mich nichts anderes als den Wunsch, in unsere Druckerei einzusteigen. Meine Eltern haben meine Entscheidung bestmöglich unterstützt und sind hinter mir gestanden.

Wie waren die ersten Jahre im Unternehmen?

Die waren sehr hart. Ich bin im Außendienst gestartet und hatte hier oft eine dominante Männerwelt gegenüber, die mich mit technischen Fragen aufs Glatteis führen wollte. Aufgrund meiner Ausbildung, der vielen Zeit im Unternehmen und genug weiblichem Charme merkte mein Gegenüber sehr schnell, dass mich solche Fragen nicht aus der Ruhe brachten. Von da an hat die Zusammenarbeit gut geklappt.

Wo sehen Sie heute die Herausforderungen der Branche?

In erster Linie leiden wir heute unter Fachkräftemangel. In unserer Region befinden sich einige namhafte Unternehmen wie Elin, Andritz oder Magna, die genauso wie wir nach Fachkräften suchen. Hier hat bereits ein echter Run auf die besten Köpfe eingesetzt. Die Digitalisierung ist ebenfalls ein Thema, mit dem wir uns beschäftigen müssen.

Sie haben das Thema Fachkräftemangel angesprochen. Wie entgegnen Sie dem und welche externen Akzente wünschen Sie sich?

Im Unternehmen setzen wir auf Berufsinformationsmessen und Schnuppertage. Wir stellen auch immer wieder Lehrlinge ein. Derzeit absolvieren vier Buben und drei Mädchen eine Lehre bei uns. Ich wünsche mir, dass vonseiten der Unternehmensvertreter an der „Entstaubung der Branche“ gearbeitet wird und so wieder Lust entsteht, in einer Druckerei zu arbeiten.

Was ist ihr Erfolgsrezept in der Unternehmensführung?

Die Chemie muss stimmen. Durch das vergleichsweise große Verkaufsteam finden wir immer den passenden Produktspezialisten für den jeweiligen Kunden.

Mir ist es wichtig, dass die Kunden ein gutes Bauchgefühl haben, sich bei uns gut aufgehoben fühlen. Heilig in der Zusammenarbeit mit dem Kunden ist mir absolute Termintreue.

Nach innen hin lege ich Wert auf ein kollegiales und motivierendes Umfeld. Das gute Betriebsklima habe ich mir hart erarbeitet.

 

Universitätsdruckerei Klampfer

Die Unternehmensgruppe kann mit ihren Marken Universitätsdruckerei Klampfer und dem Druckhaus Thalerhof auf über 70 Jahre Erfahrung im Bereich zurückgreifen. Im steirischen St. Ruprecht an der Raab werden Druckprodukte im klassischen Offsetdruck hergestellt. Im Druckhaus Thalerhof in Feldkirchen bei Graz ist der Digitaldruck, die Druckveredelung sowie die Werbetechnik mit dem Großformatdruck angesiedelt. Im Jahr 2017 wurde das Druckhaus Rettenbacher in die Unternehmensgruppe eingegliedert.

2016 wurden über vier Millionen Euro in die Optimierung der beiden Unternehmensstandorte sowie in den Maschinenpark investiert. Das Unternehmen ist auch für seine Expertise im Verpackungsdruck bekannt.

klampfer-druck.at
druckhaus.at
druck-rettenbacher.at

Foto © Michaela Begsteiger