Aktuelle Entwicklungen bei UV-Druckfarben

Ein Überblick über die Neuigkeiten aus dem Bereich der UV-Druckfarben

Beim Deinking von UV-Druckfarben wurden vor kurzem von einem deutschen Farbhersteller deutliche Fortschritte erzielt. Auch andere Farbhersteller arbeiten an deinking-fähigen UV-Druckfarben. Ob und wie weit eine Druckfarbe deinkbar ist, lässt sich mit einem Test nach der INGEDE-Methode 11 nachweisen. Die Ingede ist die internationale Forschungsgemeinschaft Deinking-Technik.

Gesundheit: Fortschritte durch die Einführung der REACH-Verordnung

Im Zuge der REACH-Registrierungen wurden einige typischerweise in UV-Farben und UV-Lacken verwendete Fotoinitiatoren neu eingestuft. Es handelt sich dabei um

  • Omnirad 369
  • Ethyl-4-dimethylaminobenzoat (EDB)
  • 2-Ethyl-hexyl-4-dimethylaminobenzoat (EHA) und
  • 4-Phenylbenzophenon (4-PBZ).

Diese Substanzen werden als reproduktionstoxisch in der Kategorie 1B eingestuft. 1B bedeutet nach der CLP-Verordnung der EU, dass dieser Stoff „wahrscheinlich reproduktionstoxisch“ ist. Die CLP-Verordnung ist seit 2015 verbindlich für die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen.

Die europäischen Farbhersteller, organisiert im Verband EUIPA (Europäischer Druckfarbenverband) haben sich selbst verpflichtet, keine cancerogenen, mutagenen oder reproduktionstoxischen Stoffe einzusetzen. Die genannten Stoffe wurden deshalb von den Farbherstellern – die Übergangsfrist lief bis November 2018 – aus den Rezepturen genommen.

Man kann also derzeit davon ausgehen, dass UV-Druckfarben toxikologisch unbedenklich sind.

Hautreizungen

Ebenfalls zu Schwierigkeiten können die reaktiven Komponenten von nicht gehärteten UV-Farben und UV-Lacken führen: diese können Hautreizungen und Allergien hervorrufen. Das bedeutet, dass sie nicht mit der Haut in Verbindung gebracht werden dürfen. Das ergibt erhöhte Anforderungen an die Sauberkeit und Hygiene im Betrieb.

Wassergefährdung

Noch nicht umfassend gelöst ist der Umstand, dass viele UV-Farben im Rohzustand derzeit nach wie vor als Gefahrstoffe einzustufen sind. Nach den EU-Richtlinien sind vor allem die Gefährdung H411 (Giftig für Wasserorganismen, mit langfristiger Wirkung) und H412 (Schädlich für Wasserorganismen, mit langfristiger Wirkung) von Bedeutung. Wir haben nachgefragt: Am Ersatz solcher Stoffe wird seitens der Druckfarbenhersteller gearbeitet, ein Ersatz gilt aber auch aus Kostengründen derzeit als schwierig.

Ob die von Ihnen als Anwender konkret eingesetzte Farbe tatsächlich wassergefährdend ist, lässt sich anhand des Sicherheitsdatenblatts nachvollziehen.

Fazit

Seit unserem Whitepaper vom Sommer 2018 hat sich bei UV-Farben im Bereich Umwelt einiges getan. Aus Branchensicht sollte bei UV-Druckfarben nach wie vor die Bezeichnung als Hightech-Produkt im Vordergrund stehen. UV-Farben als umweltfreundliches Produkt zu bezeichnen ist aus unserer Sicht verfrüht.

 

 

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