Eine Frau mit vielen Facetten

Doris Wallner-Bösmüller ist nicht nur Unternehmerin, sondern auch Vortragende, Wirtschaftscoach, Trainerin und lebt nach anthroposophischen Grundsätzen. Uns hat sie erzählt, warum sie zuerst ihren eigenen Weg gehen musste, um dann vollen Herzens die Geschäftsführung der Familiendruckerei zu übernehmen.

Frau Wallner-Bösmüller, wie kam es dazu, dass Sie Ihr eigenes Unternehmen in den Hintergrund gestellt haben, um 2009 als Geschäftsführerin in den Familienbetrieb einzusteigen?

Als Absolventin der Höheren Graphischen Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt und Tochter eines Druckers war es für mich klar, einmal den Familienbetrieb zu übernehmen. Vor der Geburt meiner Kinder arbeitete ich bereits drei Jahre im Unternehmen. Nach den Jahren der Kinderbetreuung kehrte ich 2002 in Teilzeit ins Unternehmen zurück. Der Wunsch, meinen eigenen Weg zu gehen, wurde jedoch mit den Jahren immer größer. So gründete ich im Jahr 2005 meine eigene Ausbildungsakademie. Zu meinen Kunden zählte dabei auch unsere Druckerei, die ich gemeinsam mit einem Trainerkollegen zwei Jahre lang in Team- und Organisationsentwicklung begleitete. 2009 kam der Ruf, wieder vollends in die Druckerei einzusteigen und ich war dazu bereit – aus vollster Überzeugung und zu 100 Prozent. Die folgenden Jahre waren durch die Wirtschaftskrise, harten Wettbewerb, Preisdruck, Positionierungsfragen und auch Übergabethematiken geprägt. Es gelang uns jedoch, die Zielorientierung und den Glauben an das gut gedruckte Werk in einem entsprechend gut geführten und ausgerichteten Unternehmen aufrecht zu erhalten und kontinuierlich vorwärts zu gehen. Seit 2016 liegen die Geschicke des Unternehmens, mit Markus Purker als Co-Geschäftsführer, wieder in vereinter weiblicher und männlicher Hand. Das halte ich persönlich für ein Unternehmen als einen wesentlichen Erfolgsaspekt, wenn es mit männlichen und weiblichen Führungsqualitäten geführt wird.

Wodurch ist die Unternehmenskultur in der Druckerei Bösmüller geprägt?

Bevor meine Mutter gemeinsam mit meinem Vater die Druckerei gründete, war sie jahrelang im Einkauf in großen Unternehmen tätig und hatte dadurch auch viel mit Druckereien zu tun. Diesen Blickwinkel von außen hat sie ganz stark ins Unternehmen gebracht und damit auch sehr früh Trends gesetzt. Diesen Mut, neue Wege zu gehen, setze ich auf meine Art und Weise fort, indem ich verstärkt das weibliche Prinzip in die Unternehmensführung einbringe. Achtsam zuhören, sich von der inneren Stimme leiten lassen und nach Aktivität Kreativitätspausen einlegen –  das sind Tugenden, die ich mit dem männlichen Prinzip der Tatkraft, der schnellen Entscheidung und rationalen Analysierens kombiniere.

Wie profitieren Ihre Kunden von Ihrem ganzheitlichen Führungsansatz?

Begeisterung wirkt und ein Lächeln im Gesicht steckt an. Wenn meine Mitarbeiter mit Freude bei der Arbeit sind, wirkt sich das positiv auf die Kundenbeziehung aus. Gepaart mit hoher Fachkompetenz, state-of-the art Technologie und feinen Antennen für die Wünsche und Bedürfnisse unserer KundInnen entstehen so besondere Kreationen und Beziehungen, die auf Vertrauen, Sicherheit und Stabilität begründet sind. Davon profitieren unsere Kunden und gleichermaßen wir selbst. Also eine klassische Win-Win-Situation und damit bestes Beispiel, wie man mit dialogorientierter Handlungsweise erfolgreich ist.

 

Bösmüller Print Management

Bösmüller Print Management wurde 1978 in Wien gegründet und gemeinsam von Franz und Hilda Bösmüller geführt. Der Produktionsstandort befindet sich seit 1995 in Stockerau (NÖ). 2009 übernahm Doris Wallner-Bösmüller die Geschäftsführung. Kunden sind Einzelunternehmer, Agenturen, wie auch internationale Konzerne. Bösmüller steht für ausgezeichnete Qualität in Beratung und Produktion im klassischen Akzidenzdruck sowie bei Etiketten- und Verpackungsdruck mit dem gewissen Etwas.

www.boesmueller.at

Foto ©  Helmut Wallner