Echter Partner, nicht nur Drucker

Sonia Russ kennt die Druckbranche von verschiedenen Seiten. Sie weiß, welcher Typ Mensch der beste Verkäufer ist und welche Kundenbedürfnisse heutzutage zu erfüllen sind.

Sonja Russ ist seit 33 Jahren in der Druckbranche, sie kennt die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte – ob technisch, wirtschaftlich oder personell. Selbst landete sie eher zufällig in der Industrie, ohne fachspezifische Ausbildung: „Ich war auf Arbeitssuche, in der Druckbranche suchte man Personal. So kam mein Einstieg in die Plattenkopie und ins Sekretariat.“

Heute arbeitet Russ im Verkauf und Projektmanagement für die Medienfabrik Wien-Graz. Schwerpunkte des Unternehmens sind Verpackung, Werbung, Kataloge und Bücher. Als langjähriger Profi kennt sie die aktuellen Herausforderungen der Branche, aber auch Lösungswege: „Der Online-Druck macht besonders preislich große Konkurrenz. Wir trumpfen hier mit Kompetenz und Qualität.“

Rundumbetreuung statt bloßer Auftragsabwicklung

„Wir bieten unseren Kunden Rundum-Service weit über simplen Auftragsdruck hinaus. Wir sehen uns als Partner und machen innovative Vorschläge, zeigen Möglichkeiten der Kostenersparnis auf und begleiten durchs ganze Projekt.“ So ist Sonja Russ als Projektmanagerin schon in der Konzeptionsphase involviert, recherchiert Lösungen und Material. Das bedeutet intensive Arbeit, besonders bei einer sinkenden Zahl an Zulieferern: „Man braucht viel Liebe für den Job. Bei uns gibt es kein ‚Geht nicht, gehen Sie woanders hin!‘ Wir decken auch jene Kundenbedürfnisse ab, die nicht in den direkten Druckbereich fallen.“

Nach wie vor finden sich im Verkauf hauptsächlich Männer, manche von ihnen sind schon seit Jahrzehnten aktiv. „Viele männliche Mitarbeiter in der Branche sind von der Drucktechnik in den Verkauf gewechselt, das ergibt die Überzahl. Mit der Zeit wird sich dieses Ungleichgewicht aber auch wieder aufheben.“ Wichtig sei prinzipiell ein guter Kundenstock, der über Jahre hinweg erarbeitet wird. Probleme mit einer „männerdominierten“ Branche hat die Projektmanagerin keine, wenn sie auch einräumt: „Frauen müssen oft noch immer mehr arbeiten, um denselben Status wie Männer zu erreichen, das ist aber in allen Branchen so.“

Beziehungstyp statt Einzelkämpfer

Jenseits von Geschlechterklischees sind für Russ sowieso andere Qualitäten im Verkauf wichtig: „Es gibt einerseits den ‚Ergebnistypen‘, den Einzelkämpfer und einsamen Wolf, und andererseits den ‚Beziehungstypen‘. Wie der Name schon sagt, arbeitet dieser langfristig an guten, langfristigen Beziehungen. In unserer digitalisierten Welt braucht der Kunde Betreuung und Empathie. Er will ein Gesicht und eine Stimme wahrnehmen. Der ‚Beziehungstyp‘, ob Mann oder Frau, ist deshalb heutzutage extrem gefragt.“

Auf die Frage, wie man den Nachwuchs für Jobs in der Druckbranche begeistern kann, sieht Sonja Russ wichtige Aufgaben: „Überall werden Mitarbeiter gesucht, aber viele Jugendliche sind sich dieser Chancen nicht bewusst. Sie kennen Berufe wie ‚Kalkulant‘ oder ‚Expeditleiter‘ gar nicht, hier braucht es mehr Information. Institutionen wie das AMS sollten aufklären und die verschiedensten Berufsbilder vermitteln. So können Jugendliche verstehen, welch attraktive und vielfältige Karrieremöglichkeiten warten.“


Medienfrabrik Graz-Wien
Die Medienfabrik Graz – Steiermärkische Landesdruckerei ist ein steirisches LED Offset- und Digital-Druckzentrum mit inzwischen über hundertjähriger Tradition. Mitten in Graz werden die Konzepte von Kreativen und Designern unter den Gesichtspunkten von Innovation und Nachhaltigkeit realisiert.

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Foto © Markus Rössle