Druckertag in Pertisau/Achensee

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Alles im Wandel – oder die Kunst, erfolgreich zu sein

Die Druckbranche ist im Wandel. Gut so, findet Hannes Treichl, der als Keynote Speaker beim heurigen Druckertag zum Aufbruch mahnte. Sein Appell richtete sich an Menschen und Unternehmen, die genug von Mainstream-Business haben. Vordenken statt nachdenken, so sein Motto. Rund 100 Unternehmer aus der Druckbranche waren der Einladung des Verbandes Druck & Medientechnik nach Pertisau gefolgt und diskutierten über Treichls Thesen sowie Chancen für die Branche.  

Rund 1,63 Milliarden Euro schwer ist der Markt für Gedrucktes aus Österreich. Doch der Erfolg ist ungleich verteilt. Während Massenauflagen wie etwa im Zeitungsdruck mit einem enormen Preisdruck kämpfen, können vor allem Nischenanbieter von der verstärkten Nachfrage nach individualisiertem Druck profitieren. „Gedrucktes aus Österreich ist nach wie vor ein starker Wirtschaftsfaktor“, sagt der Präsident des Verbandes Druck & Medientechnik, Gerald Watzal, „Wir beobachten derzeit eine verstärkte Nachfrage nach Gedrucktem.“

Vordenken statt nachdenken

Nachfrage alleine ist aber nur die halbe Miete, findet Hannes Treichl, Businesscoach und Autor des Bestsellers „Meuterei des Denkens“ sowie des Marketingsblogs www.andersdenken.at. Er betont, dass das eigene Angebot nicht nur einfach da sein sollte: „Wer nicht nur Produkte und Dienstleistungen, sondern auch Gedanken exportiert, ist anderen immer mindestens einen Schritt voraus.“ Treichl muss es wissen. Schließlich ist er selbst seit vielen Jahren als Vordenker unterwegs. Nach seinen Lehrjahren im weltweiten Führungsteam von Swarovski folgte 2005 der Sprung in die Selbstständigkeit. Treichl gründete mehrere Kreativ-Agenturen, darunter Deutschlands erste Crowdsourcing-Agentur. Heute arbeitet er als Vor- und Querdenker mit und für Unternehmen und Privatpersonen. „Ich bin überzeugt, dass wir nur dann erfolgreich sind, wenn wir die ausgetretenen Denkmuster verlassen und anders denken“, sagt Treichl. Das heißt konkret: „Wer großflächige Plakate drucken kann, sollte nicht das Verfahren erklären oder die Maschinen, sondern den Kunden eine Idee geben, welche Wirkung etwa großflächige Bodenbeklebung haben kann. Und natürlich Beispiele aus erfolgreichen Werbekampagnen zeigen. Oder aus etwas Bekanntem etwas Neues machen.“

Plädoyer für das Tun

„Viele Druckunternehmen haben bereits ihre Aufgaben gemacht und auf den Strukturwandel unseres Gewerbes sowie die geänderte Nachfrage reagiert“, sagt Watzal. Für Treichl ist die Veränderung und das Tun der einzig richtige Schritt. „Das Buch, das wir nie schreiben, wird nie jemand lesen. Die Idee, die wir nie umsetzen, wird nie eine großartige Idee werden“, so Treichl. Umgekehrt sei jedes Tun ein Erfolg: „Wenn wir es tun und es ein Hit wird, gewinnen wir. Wenn wir es tun und es floppt, gewinnen wir. Weil die Erfahrung eine Lehrstunde ist, die uns hilft, es beim nächsten Mal anders zu tun; damit es ein Hit wird.“ Viel Spielraum für Flops hätten Druckereien jedoch nicht, gibt Watzal zu bedenken. „Neue Maschinen kosten locker einen sechsstelligen Eurobetrag“, sagt Watzal. Für Treichl ein wichtiges Argument. Und trotzdem: „Bloß weil wir bessere Maschinen haben, verkaufen wir noch nicht besser. Deshalb lieber mehr in die Idee selbst investieren – die Maschinen sind nur Umsetzer“, rät Treichl.

Über Hannes Treichl

Hannes Treichl ist ein international bekannter Business-Coach, Keynote-Speaker und Autor des Bestsellers „Meuterei des Denkens“ sowie von andersdenken.at, eines der ersten und erfolgreichsten Marketingblogs im gesamten deutschen Sprachraum. Das war nicht immer so. Vor dem Ausstieg in sein eigenes Neuland war er 10 Jahre lang Teil des weltweiten Führungsteams von Swarovski und hat in über 50 Ländern mit Menschen an Projekten gearbeitet. 2005 folgte der Sprung in die Selbstständigkeit. Treichl gründete seine erste Kreativagentur, weitere Agenturen folgten, darunter Deutschlands erste Crowdsourcing Agentur. Treichl wurde mehrfach ausgezeichnet, blieb aber dennoch nie stehen. Als Vor- und Querdenker arbeitet er heute für und mit Unternehmen und Privatpersonen.

 

Foto: Präsident Gerald Watzal auf https://www.druckmedien.at/de/presse/presseberichte/. Bildnachweis: Verband Druck & Medientechnik.

Der Verband Druck & Medientechnik besteht seit 1872. Er ist die einzige umfassend kompetente und unabhängige Unternehmensvertretung für die grafische Branche in Österreich. Präsident: Gerald Watzal, Geschäftsführer: Mag. Werner Neudorfer.