Druckbranche: Sorgenkind Zeitungen

presse_newsbild

Verband Druck & Medientechnik zur Branchenentwicklung 2015

Wien, April 2016: Im Jahr 2015 setzten Österreichs Druckereien rund 1,63 Milliarden Euro mit Gedrucktem um. Damit sank der Wert der abgesetzten Produktion um 2,5%. Vor allem der Zeitungsdruck drückt das Branchenergebnis. Während Zeitungsdrucker mit überdurchschnittlichen Umsatzrückgängen von 6,5% kämpfen, konnten Druckvorstufe und Buchbindereien ein leichtes Umsatzplus verzeichnen. Insgesamt blickt der Verband Druck & Medientechnik zuversichtlich in die Zukunft. Der Trend zu individualisierten, hochwertigen Mailings, Katalogen und anderem Werbematerial ist eine Chance für viele Druckereien und wird auch genützt. 

„Gedrucktes aus Österreich ist nach wie vor ein starker Wirtschaftsfaktor“, sagt der Präsident des Verbandes Druck & Medientechnik, Gerald Watzal, „Wir beobachten derzeit eine verstärkte Nachfrage nach Gedrucktem. Die Unternehmen haben erkannt, dass digitale Kommunikation alleine nicht reicht, um ihre Zielgruppen, ihre Kunden zu erreichen.“

Chancen für individualisierte Drucksorten

Chancen für Druckereien orten Experten im Verband Druck & Medientechnik im Digitaldruck mit seinen Möglichkeiten der Individualisierung, im Verpackungsdruck, im Großformat-Digitaldruck und in Multi-Media-Angeboten. „Ob Kataloge in verschiedenen zielgruppenspezifischen Mutationen etwa für Frauen oder Männer, auffällige Verpackungen mit coolen Veredelungseffekten oder Formate von XXS bis XXL. Gerade Kleinauflagen und Nischen boomen“, sagt Watzal und freut sich, dass sich „viele österreichische Druckereien in den letzten Jahren ihre Hausaufgaben gemacht und sich auf eine Nische spezialisiert haben“.

Schwierige Zeitung für Zeitungen und Standardprodukte

Das Sorgenkind Nr. 1 sind aber Zeitungen und Magazine. So sinken nicht nur die Auflagen der Printmedien stetig, sondern auch die Zahl der Titel, die in Österreich produziert werden. Und auch Standardprodukte und Produkte mit einer hohen Auflage stehen unter Druck. „Bei Standardprodukten, Zeitschriften und anderen Produkten mit einer hohen Auflage stehen Österreichs Druckereien zunehmend im internationalen Wettbewerb. Hier kämpfen wir massiv mit niedrigen Preisen und Deckungsbeiträgen“, erklärt Watzal.

Kollektivvertrag hinkt nach

Der Kollektivvertrag im grafischen Gewerbe trage den aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu wenig Rechnung. „Unser Anspruch als Verband Druck & Medientechnik ist es, dass wir faire Marktbedingungen für alle Druckereien schaffen. Hier sind wir auch in intensiven Gesprächen mit der Gewerkschaft, denn das können wir nur gemeinsam schaffen“, sagt Watzal.

 

Foto: Präsident Gerald Watzal auf https://www.druckmedien.at/de/presse/presseberichte/. Bildnachweis: Verband Druck & Medientechnik.

Brancheninfo Druckereien 2015

Quelle: Satzungsverfahren 2015, April 2015

Anzahl der Druckereien gesamt (Arbeitgeberbetriebe)

 578

Anzahl der Beschäftigen gesamt

 8.932

Zahlen der Konjunkturstatistik – Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr

Quelle: Konjunkturstatistik, Sonderauswertung der WKÖ, NACE-Klasse 18.1, Betriebe ab 20 Beschäftigte; 2015: erste (vorläufige), davor zweite (endgültige) Auswertung

2015

Veränderung zum Vorjahr

Anzahl der Betriebe

184

–8,6 %

Anzahl der unselbständig Beschäftigten

8.329

–4,1 %

Abgesetzte Produktion (in Tsd. Euro)

1.632.441

–2,5 %

Der Verband Druck & Medientechnik besteht seit 1872. Er ist die einzige umfassend kompetente und unabhängige Unternehmensvertretung für die grafische Branche in Österreich. Präsident: Gerald Watzal, Geschäftsführer: Mag. Werner Neudorfer.