Digitalsteuer auf Online-Werbeumsätze ist ab 1. Jänner 2020 in Kraft

Digitalsteuer

Die Digitalsteuer auf Online-Werbeumsätze wurde im September 2019 im Nationalrat mit den Stimmen der ÖVP, FPÖ, SPÖ und NEOS beschlossen und sieht eine fünfprozentige Steuer auf Online-Werbeumsätze im Inland vor. Sie trifft nur Unternehmen, die einen weltweiten Umsatz von über 750 Mio. Euro bzw. einen jährlichen Umsatz aus Onlinewerbeleistungen von über 25 Mio. Euro erzielen, d. h. große Internetkonzerne wie Facebook oder Google.

Hintergrund

Seit Jahren ist die österreichische Werbeabgabe in der Kritik der Wirtschaftstreibenden, da die klassische Werbung (Print, Radio und Fernsehen) hier gegenüber der Online-Werbung benachteiligt wird.

Auch wenn es sich bei der Werbeabgabe um eine sogenannte „Bagatellsteuer“ handelt – es geht um ein Jahressteueraufkommen von rund 100 Millionen Euro – kam eine Abschaffung aus Sicht des Finanzministeriums nicht in Betracht. Eine europäische Lösung konnte nicht gefunden werden, stattdessen wurden nun in Frankreich und Österreich nationale Lösungen gefunden.

Bei der Digitalsteuer wird ein Steueraufkommen von rund 20 Millionen Euro erwartet. Ein Teil für Digitalprojekte wird an österreichische Medienunternehmen gehen.

Bewertung

Die Befürworter der Digitalsteuer betonen, dass mit dem Gesetz die Gewinne dort besteuert werden, wo sie tatsächlich anfallen und sehen darin einen ersten Schritt zu einer gerechten Steuerpolitik, die die Internetgiganten in die Pflicht nimmt.

Die Gegner sehen Datenschutzprobleme und hohen bürokratischen Aufwand. Schlussendlich würde die Steuer nicht die Konzerne treffen, sondern über den Umweg der werbenden Online-Unternehmen wieder die Konsumenten.

Weiterführendes zum Thema...

…auf der Seite des Bundesministeriums.

…in einem Kommentar des Kurier.

Foto © pixabay