Chronistin der österreichischen Geschichte

Die älteste Tageszeitung der Welt wird in Wien herausgegeben und ist zugleich auch die älteste Marke der Stadt oder sogar des Landes: Die Wiener Zeitung. Sie hat über viele und vieles berichtet und sich in den über drei Jahrhunderten ihres Bestehens immer weiterentwickelt. Jetzt steht sie an einem Wendepunkt, wie Wolfgang Riedler, Geschäftsführer des Mediums, berichtet.

„Einzelne Meilensteine der Wiener Zeitung herauszugreifen, ist kaum möglich, die Wiener Zeitung ist und war Chronistin der österreichischen Geschichte,“ ist Wolfgang Riedler, Geschäftsführer der ältesten Zeitung der Welt, überzeugt. So wurde z. B. über das Begräbnis Wolfgang Amadeus Mozarts berichtet, und auch die erste Übersetzung der Gründungsurkunde der Vereinigten Staaten wurde in der Wiener Zeitung abgedruckt. Seit 1945 ist sie das Symbol der österreichischen Republik und erscheint – mit Ausnahme einer Unterbrechung während der Nazi-Zeit – seit 1703. Sie ist im Eigentum der Österreichischen Republik – ebenfalls eine Einzigartigkeit dieses Mediums.

Redaktionsstatut sorgt für Unabhängigkeit

„Als ich im Jahr 2013 in die Wiener Zeitung gekommen bin, war es mir als Geschäftsführer wichtig, der geringsten Unter­stellung politischer Einflussnahme durch die Regierung entgegenzuwirken. Daher bin ich Josef Ostermayer, dem damaligen Medienminister, sehr dankbar, dass er diese Idee unterstützt hat. „Das Redaktionsstatut sorgt nicht nur für die Unabhängigkeit der Redaktion, sondern sichert dieser auch ein Mitbestimmungsrecht bei der Bestellung des Chefredakteurs.

Auch die Finanzierung der Zeitung ist eine österreichische Besonderheit: Neben Erlösen aus Verkäufen und Werbeeinnahmen wird ein wichtiger Teil mit Pflichteinschaltungen von Kapitalgesellschaften und Einschaltungen im Amtsblatt finanziert. Und genau diese Pflichtveröffentlichungen stehen  derzeit auf dem Prüfstand. „Wir befinden uns seit 2013 in einem Change Process und erarbeiten gerade Konzepte dafür, wie wir die Transparenz- und Veröffentlichungsaufgaben besser und kostengünstiger erfüllen können“, so Riedler. Wie und wann diese Konzepte umgesetzt werden, hängt von der Entscheidung des Gesetzgebers ab.

Starke Online-Marken

Eine unternehmens­interne Abteilung ist für die (Weiter-) Entwicklung der elektronischen Medien der Wiener Zeitung verantwortlich. So ist die Wiener Zeitung Eigentümerin von auftrag.at, einer Informationsplattform rund um EU-Ausschreibungen, von auszug.at sowie firmenmonitor.at. „Diese Internet-Auftritte werden nach marktwirtschaftlichen Kriterien geführt und müssen sich auch rechnen.“

Im Auftrag der Österreichischen Republik betreut die Redaktion auch noch help.gv.at und Unternehmenserviceportal.at.

Die Wiener Zeitung muss sich – wie alle anderen Medien auch    den Herausforderungen der Branche stellen. „Die Tageszeitungsbranche hat gelernt, (früher) Versäumtes nachzuholen. Heute gilt es, die Informationen in jenem Medium zu verbreiten, das dafür am besten geeignet ist. Unter dem Strich sind alle Beteuerungen gut, die dem Erhalt von Printmedien dienen, aber das Entscheidende ist, dass man am Markt Bestand hat“, fasst Riedler zusammen.

 

Foto © Christian Jungwirth.at

Die Wiener Zeitung wurde 1703 als „Wiennerisches Diarium“ gegründet, die erste Ausgabe erschien am 8. August 1703. Schon damals standen internationale und nationale Berichterstattung im Mittelpunkt, aber auch die Hofberichterstattung war im Fokus. Die Wiener Zeitung ist die älteste heute noch erscheinende Tageszeitung der Welt. Eigentümerin ist die Republik Österreich. Dr. Wolfgang Riedler ist seit 2013 Geschäftsführer.

www.wienerzeitung.at

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