Bundes-Energieeffizienzgesetz – betrifft es mich?

energieverbräuche (c) Verband Druck & Medientechnik

Mit dem 2015 in Kraft getretenen Energieeffizienzgesetz (EEffG) leistet Österreich seinen Beitrag zur Erfüllung der EU-Energieeffizienzziele. Etwa die Hälfte davon soll mit Maßnahmen der öffentlichen Hand wie Förderprogrammen oder Energiesteuern erreicht werden, der Rest im Rahmen eines Verpflichtungssystems.

Energielieferantenverpflichtung

Diese Regelung wirkt sich auch auf Energiekunden aus, obwohl – wie der Name vermuten lässt – primär Energieversorger angesprochen sind. Größere Lieferanten haben nämlich die Durchführung von Energieeffizienzmaßnahmen in der Höhe von 0,6 % ihres letztjährigen Energieabsatzes an Endkunden nachzuweisen. Diese können im eigenen Unternehmen, bei Kunden, aber auch bei anderen heimischen Endverbrauchern umgesetzt werden. Kommen die Lieferanten ihrer Verpflichtung nicht nach, müssen sie Ausgleichszahlungen in der Höhe von 20 Cent je kWh leisten.

Die Kosten dafür finden sich dann üblicherweise auf der Rechnung der Energiekunden wieder. Betriebe können aber manchmal eine Ermäßigung dieser „Umlage“ ausverhandeln, wenn sie Energiemaßnahmen setzen, dokumentieren und diese Einsparungen an ihren Energielieferanten übertragen. Die Maßnahmen können jedoch auch anderen Lieferanten direkt oder mit Unterstützung spezialisierter Dienstleister angeboten werden. So bieten etwa mehrere Online-Plattformen eine Vereinfachung des Handels mit Maßnahmen an.

„Sind Energieeffizienzmaßnahmen in Planung, macht ein Gespräch mit dem Energieversorger darüber Sinn. Prüfen Sie aber auch, ob etwa eine Investitionsförderung für Ihren Betrieb lukrativer ist. In diesem – nicht seltenen – Fall ist eine Übertragung an das Energieversorgungsunternehmen nämlich meist ausgeschlossen“, empfiehlt Sonja Starnberger, Geschäftsführerin des Energieinstituts der Wirtschaft.

Energieauditverpflichtung

Betriebe, die nicht als Klein- und Mittelunternehmen (KMU) gelten, müssen mindestens alle vier Jahre ein Energieaudit durchführen und dies auch an die Monitoringstelle melden. Diese Untersuchung der wesentlichen Energieverbrauchsbereiche (Gebäude, Betriebsprozesse und Transport) auf Effizienzpotenziale kann durch externe Fachleute erfolgen, oder – wenn der Betrieb ein zertifiziertes Energie- oder Umweltmanagementsystem hat – auch durch betriebsinterne Energieauditoren.

Sind Energieeffizienzmaßnahmen in Planung, macht ein Gespräch mit dem Energieversorger Sinn.
Sonja Starnberger

Auch ohne Verpflichtung: Ein Blick auf die Energiesituation lohnt sich!

In Druckereien schlummern oft Optimierungspotenziale in Bereichen wie Abwärmenutzung, Druckluft, Beleuchtung oder Lastmanagement. Manche sind auch ohne große Investitionen zu heben und bringen neben reduzierten laufenden Energiekosten eine Verkleinerung des CO2-Fußabdrucks von Betrieb und Produkt. Nicht verpflichteten Unternehmen bieten geförderte Energieberatungen einen Überblick, was in ihrem konkreten Fall möglich und sinnvoll ist.

www.energieinstitut.net

Bild: Durchschnittliche Energieverbräuche und Energieeinsatz in KMU-Druckereien
Quelle: EIW-Auswertung KMU-Beratungen Druckereien 2010

Das Energieinstitut der Wirtschaft (EIW) arbeitet als gemeinnützige GmbH an nachhaltigen Lösungen in den Bereichen Energie und Klimaschutz im Sinne der österreichischen Wirtschaft. Seit 2015 wird das EnergieEffizienzRadar mit Infos rund um betriebliche Energieeffizienz sowie zu den aktuellen Preisen von Maßnahmen auf den Plattformen herausgegeben (Bezug kostenlos).