Argumente pro und contra LE- und LED-UV-Offsetdruck

Whitepaper LE-UV:
Argumente pro und contra LE- und LED-UV-Offsetdruck

  1. Worum geht es?

Der UV-Druck und die Druckfarbenhärtung mithilfe von UV-Technologien sind umstritten. Qualitäts- und Produktivitätsvorteile stehen Umwelt- und Gesundheitsbedenken gegenüber. Im vorliegenden Diskussionspapier sollen die Argumente pro und contra UV‑Druck unabhängig und neutral beleuchtet werden.

  1. Begriffsklärung: Was ist LE-UV und LED-UV?

Die Härtung von Drucken mithilfe von ultraviolettem Licht gibt es bereits seit rund 50 Jahren. Derzeit werden UV-Technologien in vielen Druckverfahren eingesetzt, von Digitaldruck über den Flexodruck bis zum Tiefdruck.

Im Offsetdruck unterscheiden wir derzeit drei verwendete Technologien:

  • Konventioneller UV-Offsetdruck

UV-Trocknung mithilfe von Quecksilberdampflampen. Der konventionelle UV-Druck ist gekennzeichnet durch hohen Energieverbrauch und Ozonbildung im Drucksaal.

  • Low-Energy(LE)-UV-Druck

Hier kommen spezielle Quecksilberdampflampen mit niedrigerem Energieverbrauch zum Einsatz. Keine Ozonbildung, aber die Verwendung von hochreaktiven Farben ist notwendig.

  • LED-UV-Druck

Hier werden Strahler auf Halbleiterbasis eingesetzt. Der Energieverbrauch ist noch niedriger als im LE-UV, auch hier wird hochreaktive Farbe eingesetzt.

  1. Vorteile des UV-Offsetdrucks 

Was ist besser am UV-Offsetdruck im Vergleich zum konventionellen Offsetdruck?

 

  • Höhere Druckqualität – höherer Glanz, satteres Schwarz
  • Durch schnellere Trocknung deutlich verbesserte, schnellere Weiterverarbeitung
  • Weniger Puderverbrauch
  • Modellrechnungen zeigen in Summe eine höhere Produktivität beim UV-Druck (z. B. durch Wegfall der Jackets im Wendebetrieb und geringere Makulatur). Dieser stehen aber die höheren Kosten für die Farben gegenüber.

Was ist besser am LE-UV und am LED-UV im Vergleich zum konventionellen UV-Druck?

  • Niedrigerer Energieverbrauch
  • Kein Quecksilber in den Lampen
  1. Das gilt es zu beachten

a) Arbeitssicherheit und Gesundheit

  • Die Farben für LE-UV und LED-UV sind hochreaktiv. Die reaktiven Komponenten von nicht gehärteten UV-Farben und UV-Lacken können Hautreizungen und Allergien hervorrufen. Das bedeutet, dass sie nicht mit der Haut in Verbindung gebracht werden dürfen. Die UV-Druckfarben enthalten aber per se keine Rohstoffe, die giftig sind oder die bekanntermaßen als krebserzeugend, mutagen oder reproduktionstoxisch gelten.
  • Entsprechende Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen an den Druckmaschinen müssen somit eingehalten werden.
  • Das fertige durchgetrocknete Produkt ist ungefährlich.

Die deutsche BG ETEM (Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse) hat eine Reihe von Informationsblättern über den Umgang mit UV-Farben und -Lacken herausgegeben, die als Anweisungen für die Nutzung und Gefährdungsbeurteilung verwendet werden können.

b) Umwelt und Recycling

  • Produkte mit UV-Druck erschweren das Deinking bzw. machen es unmöglich. Nach Aussagen der INGEDE (Internationale Forschungsgemeinschaft Deinking-Technik) können Druckprodukte und Makulatur derzeit nicht vernünftig recycled werden und müssen als Restmüll entsorgt werden. Im Jahr 2018 wurde ein Projekt von Farbherstellern mit der INGEDE gestartet, um die Recyclebarkeit von UV-Drucken zu verbessern.
  1. Zusammenfassung

 Der UV-Druck ist ein qualitativ sehr hochwertiges Hightech-Druckverfahren, das hohe Qualität mit hohen Anforderungen an die Arbeitssicherheit und derzeit negative Auswirkungen auf das Recycling verbindet. Das Verfahren sollte daher nicht als umweltfreundliches Druckverfahren bezeichnet werden.

+ Der größte Vorteil des UV-Drucks ist die deutlich höhere Druckqualität.

+/– Aus wirtschaftlicher Sicht stehen die Produktivitätsvorteile den höheren Kosten für Druckmaschine, Farben und Verbrauchsmaterialien gegenüber.

– Für die Arbeitssicherheit erhöhen sich beim Einsatz von UV-Druck die Anforderungen. Potentielle Gefährdung durch Quecksilber in den Lampen (Gefährdung bei Glasbruch) bzw. nicht ausgehärtete reaktive Farben.

– Die Recycling-Eigenschaften von UV-Drucken sind derzeit nicht ausreichend geklärt.

  1. Zum Weiterlesen

Klaus-Peter Nicolay: Niedrigenergie- und LED-UV-Druck. Chancen. Herausforderungen. Perspektiven. Berlin, 2018

BG ETEM (Deutsche Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse):
https://www.bgetem.de/arbeitssicherheit-gesundheitsschutz/brancheninformationen1/druck-und-papierverarbeitung/medien-druck-und-papierverarbeitung/medien-zum-uv-druck

Website der INGEDE (Internationale Forschungsgemeinschaft Deinking-Technik): www.ingede.de

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