50 Millionen Drucke im Jahr – mit Qualität.

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Wie kann eine Druckerei zur Qualitätssicherung beitragen? Gibt es heutzutage noch das „verstaubte“ Image des Drucker-Berufes? Welche Kompetenzen sollte ein Druck-Operator haben? Roland Spatt, Geschäftsleiter der Heidelberger Druckmaschinen Austria Vertriebs-GmbH, über den stabilen Guss und die Entwicklung hin zum „Push to Stop“-Prozess.

Roland Spatt

Roland Spatt © Heidelberg

Kurz gesagt: Was ist für Sie der Schlüsselfaktor für eine gute Druckqualität?

Das ist die mechanische Präzision bei den Druckwerken und bei den Greifern. Der Papierbogen soll auf seiner Reise vom Anleger bis zum Ausleger wenig „gestresst“ werden.

Was trägt Ihr Unternehmen zur Qualitätssicherung bei?

Der stabile Guss ist die Grundlage einer guten Druckmaschine. Deshalb haben wir eine eigene Gießerei in Amstetten in Deutschland. Unsere Druckmaschinen halten Jahrzehnte. Heutzutage haben wir ja andere Druckzahlen als früher; 50 Millionen Drucke im Jahr sind keine Seltenheit. Die mechanische Beanspruchung ist bei den hohen Geschwindigkeiten daher ein Thema.

Ein Alleinstellungsmerkmal ist außerdem unsere Inline-Messung, die während der Produktion vollautomatisch mitläuft. Das ist eine automatisierte Fortdruck-Kontrolle zur Qualitätssicherung. Farbe und Register werden dabei mit einem System spektralfotometrisch gemessen und korrigiert.

Ebenfalls erwähnen kann man hier, dass unser Unternehmen eine eigene Verbrauchsmaterialienmarke hat. Die Verbrauchsmaterialien wie Platten, Farbe und Lack sind abgestimmt, damit alles optimal zusammenpasst. Eine effektive Produktivität ist dadurch gesichert. Das ist für uns ein wesentlicher Teil der Qualität.

Verbindet man heutzutage noch immer den Drucker-Beruf mit Schmutz und Staub?

Ich glaube, dieses Denken nimmt ab. Natürlich ist Papierstaub vorhanden. Aber die Grundlage eines guten Druckers ist sein Technikverständnis und ein gutes Auge für die Farbe. Was sich gegenüber dem Drucker von früher verändert hat: Es gibt einen Übergang – fast einen Paradigmenwechsel – zur Prozessüberwachung.

Welche Kompetenzen sollte ein Druck-Operator haben?

Früher hieß die Devise „Push to Start“, der Bediener regte also den Prozess an. Heute heißt es „Push to Stop“: Der Bediener unterbricht den Prozess, wenn es notwendig ist, da autonom gedruckt wird und der Prozess vollautomatisch abläuft. Am Ende muss immer ein qualitatives Produkt entstehen. Druck-Operatoren sollten dieses Verständnis haben und nicht an jeder Schraube drehen wollen. Die Frage heute und in Zukunft ist: Wie müssen Prozesse gestaltet sein, dass die Produktion mit wenigen Bedieneingriffen erfolgen kann (Stichwort Workflow, Internet der Dinge, Industrie 4.0)? Mit unserer letzten Maschinengeneration ist autonomes Drucken bereits heute möglich.

Roland Spatt ist Geschäftsleiter der Heidelberger Druckmaschinen Austria Vertriebs-GmbH.

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